Bericht der 2. Dialogveranstaltung: Landwirtschaft heute und ihre Umweltauswirkungen

SONY DSC

Am 07. Juni veranstaltete der Schermbecker OV die zweite Veranstaltung zum Thema „Landwirtschaft heute und ihre Umweltauswirkungen“.

Mit der Veranstaltungsreihe möchte die Schermbecker SPD, einerseits die Herausforderungen und Rahmenbedingungen umschreiben, die das heutige landwirtschaftliche Handeln begleiten und prägen. Des Anderen soll ein Teil der agroindustriellen Umweltauswirkungen dargestellt werden. Dazu wurden Referenten eingeladen, die zu ihrem jeweiligen Fachgebiet den umwelttechnischen Einfluss der Landwirtschaft darstellen. Ziel der Veranstaltungsreihe ist es, das Thema interdisziplinär auszuleuchten und dabei klar zu stellen, dass die heutige Landwirtschaft ein Spiegelbild der heutigen Gesellschaft ist und somit das Konsumverhalten die Umweltauswirkungen maßgeblich prägen.

Martin Wegner, Imker aus Wesel, machte zu Beginn seines Vortrages klar, dass es sich bei dem Thema Bienensterben nicht um die Honigbiene handelt, sondern um den Rückgang von selteneren und unbekannten Wildbienen. Viele dieser Wildbienen haben sich sehr stark auf ökologische Nischen spezialisiert. Die schnellen Änderungen in der Landschaft und Umwelt, wie z.B. der Rückgang der Landschaftsvielfalt, Klimawandel sowie intensive Landschaftsnutzung, sind schneller vorangeschritten wie die Anpassungsfähigkeit vieler Lebewesen. Während vor einigen Jahrzehnten noch viele Flächen sich selbst überlassen blieben, in denen sich seltene Insekten und Reptilienarten wiederfinden konnten,  gibt es heute meist nur noch intensiv genutzte Landwirtschaften. Rückgang der Landschaftsvielfalt heißt somit auch Rückgang der Artenvielfalt. So sei der Wald mit seinen derzeitigen enormen Holzbeständen und Durchforstungsdefiziten mittlerweile ein ökologisch wertloses Ökosystem. Geschlossene Kronendächer und fehlender Bewuchs in den Höhen zwischen Boden und Kronendach haben das Ökosystem Wald an Lebensraumvielfalt verarmen lassen.

Herr Wegner wünscht sich, dass landwirtschaftliche Zuschüsse eine stärkere ökologische Zielsetzung haben und deren Nachhaltigkeit im Vordergrund stehe.

Eckhard Holloh, Biolandwirt aus Schermbeck erklärt, dass das landwirtschaftliche Handeln nicht von Politik oder von Subventionen geprägt wird, sondern dass die Regeln in erster Linie durch den Einzelhandel vorgegeben werden. Des Weiteren stellte Herr Holloh klar, dass der Landwirt den Großteil seiner Arbeitszeit heutzutage mit bürokratischen Prozessen verbringe und zunehmend weniger Zeit für die eigentlichen  praktischen Tätigkeiten auf dem Acker oder im Stall verbleiben.

Klaus Horstmann, Nebenertragslandwirt aus Hünxe, unterhält neben seiner Tätigkeit in der Kreisverwaltung als Fachdienstleiter, einen kleinen Bestand an Limousinerinder in Hünxe. Herr Horstmann stellte klar, dass Gülle ein hervorragendes Düngemittel ist. Leider werde die Gülle in der Öffentlichkeit verteufelt. Wie immer kommt es auch bei der Gülle auf die richtige Dosierung vor Ort an. Herr Horstmann berichte, dass zunehmend zwischen Bevölkerung, Landwirtschaft und Jägern die gegenseitige Akzeptanz abnehme. Hier sei eine vernünftige und offene Kommunikation elementar, man muss auf den anderen zugehen, dessen Probleme annehmen, um dann gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Mit dieser Auffassung konnte Herr Horstmann viele der typischen Probleme vor Ort nachhaltig lösen.

In der abschließenden Diskussionsrunde wurde das komplexe Thema kontrovers diskutiert.